Wissenswertes zum Soja-Anbau Schweiz

Für Soja ist die Schweiz eine Grenzlage, weil Soja viel Wärme braucht. Französische Züchter züchten seit Jahrzehnten auf Frühreife, so dass immer mehr Sorten verfügbar sind, die auf die besten Lagen der Schweiz angepasst sind. Futter-Soja geht relativ gut, weil kleine Mängel toleriert werden. Soja-Anbau für Tofu ist eine Herausforderung, der sich vor allem Bioproduzenten stellen. Im Biolandbau ist Soja auch darum beliebt, weil sie als Schmetterlingsblütler mit Hilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff fixieren kann. Ohne Düngung ist sie sattgrün. 


Tagebuch Sojaprojekt 2019

Für unsere Böden ist Soja Neuland, weshalb wir das Saatgut mit Knöllchenbakterien impfen. Das geht sehr gut mit dem alten Betonmischer.

12. Mai

Die Bodentemperaturen sind über 10 Grad, die Saat kann losgehen. Soja muss dicht stehen. Wir säen mit der Einzelkorn-Saemaschine 60 Körner pro m2, ca. 3 cm tief, damit sie im feuchten Boden rasch keimen.

22 Mai

Leider haben wir wegen Regen das Striegeln vor dem Auflauf der Kultur verpasst. Nun sind die kleinen Pflanzen genug stark um den Striegel zu überleben. Unkraut im Keimblattstadium wird durch die Zinken gut beseitigt.

20. Juni 

Zum zweiten Mal hacken wir die Soja mit dem Geräteträger. Das Hackgerät ist mit einer Fingerhacke ausgerüstet. Die Finger greifen in die Reihen und reissen kleines Unkraut aus. Ich bin erstaunt wie gut die Maschine in diesem Boden voller Steine arbeitet. 

Wunder der Natur

Die bis 5 cm grossen Knöllchen sitzen an den Wurzeln. Die Bakterien leben in einer Symbiose mit der Sojapflanze. Sie sind in der Lage, bis zu 300 kg Stickstoff aus der Luft zu binden und der Pflanze zur Verfügung zu stellen. Daraus produziert die Soja hochwertiges Eiweiss für Mensch und Tier.  Klasse!

29.6 Soja in Blüte

Die Pflanzen haben sich gut entwickelt. In den Blattachseln sitzen unscheinbar die wunderschönen Schmetterlingsblüten. Zu den Schmetterlingsblütlern oder Leguminosen gehören Bohnen, Erbsen, Linsen und Kleearten wie Rotklee, Weissklee und Esparsette.

10. Juli 

Das Wetter stimmt für die Soja. Bald ist sie hüfthoch. Dunkelgrün ohne Stickstoffdüngung. Die Knöllchenbakterien arbeiten offensichtlich auf Hochtouren, um Stickstoff aus der Luft zu fixieren.  

6. August  

Kampf im Urwald. Nach 30 mm Niederschlag jäten wir die Soja ein zweites Mal. Unterdessen ist sie gut ein Meter hoch. 

29. August  19

Die Soja hat erste gelbe Blätter, ein Zeichen dafür, dass die Abreife beginnt. Nun heisst es, noch 3-4 Wochen warten bis zur Ernte.  

 

14. Oktober

Ein Monat später als 2018 dreschen wir die Soja. Der Ertrag ist mit 35 Kg/Are fast gleich wie 2018. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Resultat. 

Voraussichtlich werden wir auch nächstes Jahr Futtersoja anbauen, weil Schweizer Biosoja für Tofu leider nur wenig nachgefragt wird.