Unkrautregulierung im Biolandbau

Das Jahr 2020 werde ich der Unkraut-Regulierung auf unserem Betrieb widmen. Weil wir im Biolandbau auf Herbizide verzichten, ist ein gutes Management, die richtige Wahl der Kulturen, eine angepasste Mechanisierung und Handarbeit notwendig. Etwas Unkraut darf sein, aber sensible Kulturen wie Rüebli und Zuckerrüben ertragen sehr wenig Konkurrenz. Natürlich bin ich selber sehr gespannt, was wir in diesem Sommer diesbezüglich alles erleben werden. 


Helga in der Krise

Unglücklicherweise hat einer der beiden Radmotoren den Geist aufgegeben. Gar nicht so einfach, einen Ersatz rechtzeitig zu kriegen, damit wir mit Jäten starten können. Denn die Rüben haben keine Lust, mit wachsen auf den Ersatzteildienst zu warten. 


7. April: Zuckerrüben striegeln ist Massarbeit

Wir striegeln die Zuckerrüben kurz vor dem Auflaufen der Kultur. Wie haben sie 3 cm tief gesät. Es ist sehr anspruchsvoll, so exakt zu striegeln. Wir markieren an einigen Zinken die Tiefe mit Klebeband und kontrollieren hinter dem Striegel, dass wir die Keimlinge nicht verletzen. Mit von Partie ist Tobias vom FibL, der den Versuch in unseren Zuckerrüben begleitet. 


7. April: Abflammen des Zwiebelfeldes

Daniel, der Feuermeister von Rathgeb, flammt das Zwiebelfeld kurz vor dem Auflaufen der Kultur ab. Durch die Hitze werden die Unkräuter, die frisch gekeimt haben, bekämpft. 

Abflammen ist eine Massnahme, die wir nur in sehr sensiblen Kulturen wie z.B. Rüebli und Zwiebeln einsetzen. Damit  können wir den hohen Handarbeitsaufwand in Grenzen halten. 



22. März: Roboter im Einsatz

Heute säen wir das erste Feld mit dem Farmdroid-Roboter. Nach langem hin und her taufen wir das Ding Helga. Tönt so richtig engagiert und ziemlich zuverlässig. Vier Bauern stellen die Felder, David und Luki lernen Helga zu verstehen und Pannen zu beheben. Ein spannendes Projekt in Zusammenarbeit mit dem FIBL (Forschungsinstitut für Biologischen Landbau).  Wenn Helga ein Problem hat, macht sie Pause und sendet eine SMS. 

Spannend wird es in einigen Wochen, wenn Unkraut jäten an der Reihe ist. Helga sät sehr exakt und weiss, wo die Samen liegen. Bei den nächsten Durchgängen kann sie so programmiert werden, dass sie um die kleinen Rüben hackt. Falls das bei unseren Verhältnissen (unförmige Parzellen, Hangneigung etc.) funktioniert. 


20. März: Falsches Saatbeet

 

Eine uralte, bewährte Methode, um den Unkrautdruck zu reduzieren, ist ein falsches Saatbeet anzulegen. Dazu brauche ich die Gareegge, die sehr flach arbeitet und das Unkraut in den obersten Zentimetern zum Keimen bringt. In ein bis zwei Wochen werden wir die Zuckerrüben säen, und bei der Bodenbearbeitung die erste Keimwelle vernichten. Auf diese Egge war mein Vater stolz, er hatte sie dank einer Reise mit dem Rübenvorstand in Deutschland gesehen und gekauft. 


16. März: Handarbeit

 

Es geht nicht ohne Handarbeit. Dank Corona helfen uns Studenten, das Saatbeet der Zwiebeln von lästigen Grasbüscheln zu befreien. Ein vorbildlicher Einsatz!

Denn obwohl wir mit sehr guten Maschinen ausgerüstet sind, müssen wir immer wieder von Hand nachhelfen. Am Folgetag werden wir die Zwiebeln direkt in das abgesetzte Saatbeet säen.



14. Januar: Pflügen und Dämme ziehen

 

Weil das Wetter und der Bodenzustand ideal ist, richte ich das Saatbeet für die Zwiebeln bereits jetzt. Die Idee ist, die Dämme zu ziehen und im März auf die abgesetzten Dämme zu säen. Wie sich herausstellen wird, passt das diesen Frühling sehr gut. Trotz den vielen Niederschlägen bleiben die Dämme locker und ideal zum Säen.


Winterruhe im Hackgerätestall

Ein Blick in den Schopf, wo meine Lieblinge untergebracht sind. Mit vielen verschiedenen Geräten rücken wir dem Unkraut zu Leibe. Wir verbinden das mit einer Lockerung des Bodens und setzen damit zusätzlich Nährstoffe frei. Zur Zeit sind alle in der Winterruhe. Es ist Zeit zum Reparieren und Ergänzen der Geräte. Noch warten wir auf Maschinen, die zuverlässig in der Reihe arbeiten können.