Unkrautregulierung im Biolandbau

Das Jahr 2020 werden wir der Unkraut-Regulierung auf unserem Betrieb widmen. Weil wir im Biolandbau auf Herbizide verzichten, ist ein gutes Management, die richtige Wahl der Kulturen, eine angepasste Mechanisierung und Handarbeit notwendig. Etwas Unkraut darf sein, aber sensible Kulturen wie Rüebli und Zuckerrüben ertragen sehr wenig Konkurrenz. Natürlich bin ich selber sehr gespannt, was wir in diesem Sommer diesbezüglich alles erleben werden. 


Reich gesegnet: schmackhaftes, gesundes Essen wächst auf unseren Feldern heran. Über 3 Monate haben wir gesät, gehackt und von Hand gejätet. Nun präsentieren sich die Kulturen dank dem idealen Wetter der letzten Monate einfach wunderschön. Die Ernte der Erbsen und Rüebli ist bereits Geschichte. Wir freuen uns sehr über gute Erträge und Qualitäten. 


Anfangs Juni: Abschlussarbeiten in Rüebli und Kartoffeln

 

Bei den Rüebli häufeln wir mit der Sternhacke, weil diese sehr sensibel auf Verschütten reagieren. 

 

Anfangs Juni: Abschlussarbeiten in Rüebli und Kartoffeln

 

Bei den Rüebli häufeln wir mit der Sternhacke, weil diese sehr sensibel auf Verschütten reagieren. 

 


15. Mai:  Jäten von Hand

Diese Woche nehmen wir das Unkraut, das Helga nicht erfasst hat, in Angriff. Die Saatqualität von Helga ist noch nicht, wo wir sie haben möchten. Es hat zu viele doppelt gesäte Rüben, die von Hand ausgezogen werden müssen. Wir werden das Ziel, den Handarbeits-Aufwand zu reduzieren,  nur teilweise erreichen. Es ist aber offensichtlich, dass Helga Potential für eine noch bessere Arbeit hat. 

 


10. Mai: Hackwerkzeuge im Einsatz

Ich werde hier ein paar Werkzeuge vorstellen, die sich bei uns bewähren. Wir setzen auf Kulturen, die wir entweder mit 50 oder 75 cm Reihenweite anbauen können. 

75 cm: Kartoffeln, Karotten, Mais, Zwiebeln. 75 cm  Dammkultur hat sich etabliert, weil die Pflanzen gut durchlüftet sind und der Zwischenraum mit der Sternhacke gut bearbeitet werden kann.  Die Sterne rotieren, verschieben die Erde zur Furche oder weg von der Furche. Sie reissen das Unkraut aus und verschütten es. Es ist ein extrem effizientes Gerät, das auch bei etwas feuchten Bedingungen gute Arbeit leistet. Auf diesem Bild sind die Sterne bei den kleinen Zwiebeln im Einsatz. Erst habe ich dem Damm entlang vorsichtig die Erde abgezogen, einen Tag später schiebe ich sie wieder zu den Zwiebeln hin.  Auf dem Damm sitzen die Doppelreihen der Zwiebeln. Auf die gleiche Weise bauen wir Rüebli an.

 

50 cm: Das Scharhackgerät existiert bereits seit über 50 Jahren. Dank neuen Werkzeugen ist es viel effizienter geworden. Hier habe ich an die Schare Striegel montiert, die das durch die Schare gelöste Unkraut aus dem Boden ziehen. 

 


4. Mai: Zwiebeln jäten

Unser Aufruf hat Früchte getragen. Über Facebook, Bote vom Untersee und direkte Kontakte haben sich Männer und Frauen gemeldet. Am Montagnachmittag sind 10 Personen auf unserem Feld, die die winzigen Unkräuter zwischen den Zwiebeln herauszupfen. Mit dieser motivierten Equipe schaffen wir ein beachtliches Stück des Zwiebelfeldes. Für die Entschädigung  haben die Helfer zwischen Geld oder Gutscheinen gewählt. 

Mit Zwiebeln, Rüebli, Kartoffeln und Milch können wir vier Produkte anbieten. Weil wir Lagergemüse anbauen, sind Kartoffeln, Zwiebeln und Rüebli leider erst im Laufe des Sommers verfügbar, deshalb geben wir Gutscheine ab. 


Das Helgamobil

Helga ist sehr sensibel und das Aufladen und Abladen mit Traktor und Stapler behagt ihr gar nicht. Robin, unser Ingenieur macht sich deshalb an die Arbeit und zeichnet, konstruiert und schweisst ein Helgamobil, eine Plattform, die hydraulisch auf den Boden abgesenkt werden kann, damit Helga von der Seite auf die Plattform fahren kann. Der Seitenladen dient als Rampe. Schwarz-Grün sind die coolen Farben unseres Ingenieurs. 

Das Herzstück, die Liftachse, fordert Robin heraus.  Material, Drehgelenk und Zylinder stammen vom Umbau unseres Futtermischwagens. Sehr solide, aber anspruchsvoll einzubauen. 


27. April:  Mit dem Ferrari gegen das Unkraut

Für das Jäten in der Reihe bei Zwiebeln und Rüebli gibt es keine Maschinen.  Damit die Zwiebeln keinen Schaden nehmen, muss diese Arbeit erledigt sein, wenn das Unkraut ca. 5 cm gross  ist. Somit ist das Zeitfenster für diese Arbeit nur ca. 2 Wochen. Wir laden deshalb alle ein, die eine neue Erfahrung machen möchten, uns zu unterstützen. Die Arbeit ist körperlich streng, vor allem über längere Zeit.  Erleichterung haben wir gefunden mit dem Jät-Ferrari. Bequemere Haltung, Sonnenschutz und Platz für Getränk oder Musikbox. Wichtig ist, es nicht alleine zu tun. Ein Nebeneffekt sind gute Gespräche bei dieser Arbeit ohne Maschinenlärm. 



Helga in der Krise

Unglücklicherweise hat einer der beiden Radmotoren den Geist aufgegeben. Gar nicht so einfach, einen Ersatz rechtzeitig zu kriegen, damit wir mit Jäten starten können. Denn die Rüben haben keine Lust, mit wachsen auf den Ersatzteildienst zu warten. 


7. April: Zuckerrüben striegeln ist Massarbeit

Wir striegeln die Zuckerrüben kurz vor dem Auflaufen der Kultur. Wie haben sie 3 cm tief gesät. Es ist sehr anspruchsvoll, so exakt zu striegeln. Wir markieren an einigen Zinken die Tiefe mit Klebeband und kontrollieren hinter dem Striegel, dass wir die Keimlinge nicht verletzen. Mit von Partie ist Tobias vom FibL, der den Versuch in unseren Zuckerrüben begleitet. 


7. April: Abflammen des Zwiebelfeldes

Daniel, der Feuermeister von Rathgeb, flammt das Zwiebelfeld kurz vor dem Auflaufen der Kultur ab. Durch die Hitze werden die Unkräuter, die frisch gekeimt haben, bekämpft. 

Abflammen ist eine Massnahme, die wir nur in sehr sensiblen Kulturen wie z.B. Rüebli und Zwiebeln einsetzen. Damit  können wir den hohen Handarbeitsaufwand in Grenzen halten. 



22. März: Roboter im Einsatz

Heute säen wir das erste Feld mit dem Farmdroid-Roboter. Nach langem hin und her taufen wir das Ding Helga. Tönt so richtig engagiert und ziemlich zuverlässig. Vier Bauern stellen die Felder, David und Luki lernen Helga zu verstehen und Pannen zu beheben. Ein spannendes Projekt in Zusammenarbeit mit dem FIBL (Forschungsinstitut für Biologischen Landbau).  Wenn Helga ein Problem hat, macht sie Pause und sendet eine SMS. 

Spannend wird es in einigen Wochen, wenn Unkraut jäten an der Reihe ist. Helga sät sehr exakt und weiss, wo die Samen liegen. Bei den nächsten Durchgängen kann sie so programmiert werden, dass sie um die kleinen Rüben hackt. Falls das bei unseren Verhältnissen (unförmige Parzellen, Hangneigung etc.) funktioniert. 


20. März: Falsches Saatbeet

 

Eine uralte, bewährte Methode, um den Unkrautdruck zu reduzieren, ist ein falsches Saatbeet anzulegen. Dazu brauche ich die Gareegge, die sehr flach arbeitet und das Unkraut in den obersten Zentimetern zum Keimen bringt. In ein bis zwei Wochen werden wir die Zuckerrüben säen, und bei der Bodenbearbeitung die erste Keimwelle vernichten. Auf diese Egge war mein Vater stolz, er hatte sie dank einer Reise mit dem Rübenvorstand in Deutschland gesehen und gekauft. 


16. März: Handarbeit

 

Es geht nicht ohne Handarbeit. Dank Corona helfen uns Studenten, das Saatbeet der Zwiebeln von lästigen Grasbüscheln zu befreien. Ein vorbildlicher Einsatz!

Denn obwohl wir mit sehr guten Maschinen ausgerüstet sind, müssen wir immer wieder von Hand nachhelfen. Am Folgetag werden wir die Zwiebeln direkt in das abgesetzte Saatbeet säen.



14. Januar: Pflügen und Dämme ziehen

 

Weil das Wetter und der Bodenzustand ideal ist, richte ich das Saatbeet für die Zwiebeln bereits jetzt. Die Idee ist, die Dämme zu ziehen und im März auf die abgesetzten Dämme zu säen. Wie sich herausstellen wird, passt das diesen Frühling sehr gut. Trotz den vielen Niederschlägen bleiben die Dämme locker und ideal zum Säen.


Winterruhe im Hackgerätestall

Ein Blick in den Schopf, wo meine Lieblinge untergebracht sind. Mit vielen verschiedenen Geräten rücken wir dem Unkraut zu Leibe. Wir verbinden das mit einer Lockerung des Bodens und setzen damit zusätzlich Nährstoffe frei. Zur Zeit sind alle in der Winterruhe. Es ist Zeit zum Reparieren und Ergänzen der Geräte. Noch warten wir auf Maschinen, die zuverlässig in der Reihe arbeiten können.