Masterarbeit Zuckerrüben im Biolandbau

2020 waren wir involviert in den Testlauf mit Helga auf unserem Feld. David hat sie betreut und im Anschluss die Daten ausgewertet. Für 2021 wird er seine Masterarbeit dem Bioanbau von Zuckerrüben  widmen.  Dieser Versuch ist wesentlich umfassender, denn er muss wissenschaftlichen Grundlagen genügen. Es  stehen sich drei Verfahren gegenüber: Helga, betriebsüblich und Dammkultur. Zusätzlich wird überprüft, ob Nützlingsförderung durch Blühstreifen und Hecken einen Einfluss auf die Schädlingspopulation haben. Angedacht sind weitere Versuche, z. bsp der Einsatz umweltschonender Mittel gegen Blattläuse und die Erfassung des Nährzustandes durch Drohnen. Für uns als Betrieb ist es spannend, bei einem solchen Versuch mitzuwirken. Es heisst aber auch, viel genauer zu arbeiten und detaillierter zu erfassen als wir es betriebsüblich tun. 

3. April: Blindstriegeln

Das warme Wetter lässt die Rüben sehr rasch keinem. Heute ist der letzte Zeitpunkt für Blindstriegeln. Bei den Dämmen sind wir bereits zu spät, die Rüben wachsen bereits mehr als 1 cm nach oben.

Helga ist dem Striegel überlegen, man kann die Arbeitstiefe sehr genau einstellen und den Boden vollständig durchschneiden.  Hier legen wir ein Kontrollfenster an, das David mit roten Pfählen markiert. 


Saat auf Dämme

Ein Teil des Versuches ist Dammanbau. Obwohl wir mit GPS und hydraulischer Seitenverstellung der Unterlenker gut ausgerüstet sind, ist das eine sehr sportliche Angelegenheit, die David hohe Konzentration abverlangt.

Parallel dazu sät Helga den Rest, auch die Flächen, die wir später mit unserer betriebsüblichen Mechanisierung bearbeiten werden.

Auf dem Feld von Marcel Brechbühl legt David den Sortenversuch mit 5 Sorten an. Sortenprüfung unter Biobedingungen ist wichtig um die geeignetsten Sorten zu finden.


Der Bauer der Zukunft

David lässt Helga einmal das ganze Feld abfahren ohne zu säen. Die Feldaufnahme ist extrem aufwändig, weil drei Verfahren mit je 4 Wiederholungen zu berücksichtigen sind. Die im Herbst mit GPS gezogenen Dämme stimmen tatsächlich. Diverse Updates machen es möglich, dass David mit dem Laptop auf Helga zugreifen kann und zudem jederzeit ihren Standort sieht, auch von Zuhause aus. Nebst den mechanischen Bauteilen ist die Weiterentwicklung der Software wirklich gelungen. 


Ansaat des Blühstreifens für Nützlinge

Heute, am 26. März säe ich den Blühstreifen für Nützlinge am Rand des Rübenfeldes. Zahlreiche blühende einjährige Arten, von Buchweizen über Dill bis zur Kornblume befinden sich in der Mischung. Weil die Samen zum Teil winzig sind, wird das Saatgut "gestreckt" mit einem Material das aussieht wie Sägemehl. 


Helga wird revidiert und aufgerüstet

Die vielen Pannen im ersten Versuchsjahr machen eine grössere Revision notwendig. David, Maxim und Marius setzen 2 Tage ein für den Umbau. Stärkere Hack-motoren, besser gelagerte Saateinheiten, grössere Getriebe mit Bremsen und vieles mehr. Wir starten mit diesen Umbauten und der neuen Software zuversichtlich in die neue Saison. 


Dammpflege und  falsches Saatbeet

Die trockene Witterung Anfangs März erlaubt es, einen ersten Durchgang zu machen. Die Dämme werden von David und GT vorsichtig aufgezogen, die übrige Fläche ausgeebnet und flach geegt. Das regt Unkraut zum keimen an. 


Bodenproben ziehen, güllen

Das Team David und Moritz zieht einen ganzen Tag lang mit Karette, Kübeln und Erdbohrer über das Feld, um alle Verfahren zu beproben. 3 Schichten 0-30,30-60 und 60-100 cm tief. Die über 70 Proben erlauben David, den Nährstoffzustand des Bodens genau zu erfassen. 

Die Grunddüngung machen wir auf dem ganzen Feld mit Rindervollgülle. Damit auch diese Nährstoffe genau bestimmt werden können, nimmt David auch eine Probe der aufgerührten Gülle mit ins Labor. 


Dämme ziehen

Für das Verfahren Dammkultur ziehen wir im Dezember nach dem Pflügen die Dämme. Dafür bauen wir ein Dammblech an die Kreiselegge an. Damit die Dämme an verschiedenen Stellen im Feld präzise gezogen werden können, braucht es GPS und eine Exaktsteuerscheibe, die wir zusätzlich montieren. Da sind Lehrling Florian als Mechaniker und Marcel mit Traktor und GPS im  Element. Vier Wiederholungen à 6m Breite ziehen wir, verteilt über die 100 Meter Feldbreite